Mensch ärgere dich nicht

Zurück zum Start

Mir hat einmal vor Jahren eine Freundin gesagt:“Das Leben verläuft in Wellen! Einmal steht man oben auf der Welle, dann plumpst man wieder runter.“ Tja Leute, was soll ich euch sagen. Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich heute eine glückliche geschiedene Frau bin, dem hätte ich dezent den Vogel gezeigt.

Aber alles der Reihe nach. Mein letzter Blog Beitrag zum Thema Kinderwunsch liegt jetzt mittlerweile über ein halbes Jahr zurück. Im letzten halben Jahr hat sich mein Leben um 360°C gedreht, denn es kommt immer anders als man denkt. Mein Ex-Mann hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass ich definitiv auf dem falschen Weg war und ich auch nur dieses eine Leben habe. Durch das Kinderwunsch Thema hat sich vieles in mir und mit mir geändert, und nicht jeder Mitmensch findet diese Änderung positiv. Im Endeffekt haben wir als Paar hier den großen Fehler gemacht, wenig bis gar nicht über unsere Gefühle zu sprechen. Wir haben erst eine Paartherapeutin aufgesucht, als es schon lange zu spät war.

Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass am Scheitern einer Beziehung immer zwei Menschen beteiligt sind. Denn soweit sollte jeder für sich selbstreflektiert sein und aus den eigenen Fehlern lernen, um vor allem auch für zukünftigen Beziehungen mit sich im reinen zu sein. Das letzte halbe Jahr habe ich somit genutzt, um wieder so richtig durchzustarten. Man merkt oft hinter her, dass die Beziehung an sich schon lange nicht mehr die war, die man sich erhofft hatte, bzw. eigentlich komplett orientierungslos die Tagen/Wochen/Monate gelebt hat. Kurz um, die Trennung war eine logische Konsequenz aus vielen Puzzleteilen, die uns bzw. mir auf einmal den Weg gezeigt haben. Alles ergibt Sinn und mein Fokus ist auf einmal so klar, meine Ziele so nah vor meinen Augen, dass ich oft selbst ganz verblüfft bin.

Kinderwunsch adé?

Doch was ist jetzt aus meinem Kinderwunsch geworden? fragen sich jetzt mit Sicherheit viele. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich im Moment gar nicht mehr daran denke. Ich habe dieses Thema los gelassen, im positiven Sinn und bin mir zu 1.000% sicher, dass ich eines Tages eine glückliche Mutter sein werde. Woher dieses Gefühl kommt, kann ich selbst nicht genau sagen. Ich weiß nur, dass es so sein wird.

Im Moment liegt mein Fokus auf ganz anderen Zielen. Zum einen starte ich in meinem Network Marketing Business voll durch, so wie ich mir das schon seit Jahren wünsche. Ein selbstbestimmtes Leben zu führen, frei von einem 9 to 5 Job, viel Zeit für meinen Hund Josef zu haben, meine Teampartner in ihre Kraft zu bringen und gemeinsam Erfolge zu feiern, dass hat im Moment absolute Priorität 1. Es macht mich überglücklich zu sehen, wie alle die Samen die ich in den letzten Jahren, Monaten gesät habe, aufgehen und viele neue mir zum Teil noch fremde Menschen in mein Team kommen.

Wenn ich die letzten Monate Revue passieren lasse, muss ich feststellen, dass ich einfach nur glücklich und dankbar bin. Dankbar, dass es das Leben mit mir so gut meint, dass meine Eltern immer für mich da sind und mich vor allem mit Josef tatkräftig unterstützen. Ich bin heute glücklicher und zufriedener als noch vor einem Jahr und ich bin stolz auf mich, dass ich mich nicht einfach so unterkriegen lasse.

End of story?!

„Am Ende wird alles Gut werden, und ist es noch nicht Gut, ist es noch nicht das Ende.“ Wie geht es jetzt also weiter?! Dieser Beitrag wird bis auf weiteres der letzte zum Thema Kinderwunsch sein. Geht eine Türe zu, geht eine andere auf – das Sprichwort kennt bekanntlich jeder. Deshalb wird es ab kommender Woche eine neue Rubrik „Die Bachelorette erzählt“ geben, in der ich euch über meine Erfahrungen mit Tinder & Co berichte. Ich kann euch jetzt schon verraten, es wird zum Brüllen…also volle Kraft voraus und danke schon mal für eure Geduld. Ich verspreche euch, ihr müsst nicht mehr ein halbes Jahr auf den nächsten Blog Beitrag warten 🙂


#1 Die Vorbereitung

Für unseren zweiten IVF Versuch möchte ich mich akribisch vorbereiten. Ich sehe das in etwa so wie wenn ein Sportler auf einen großen Wettkampf hintrainiert. Da  muss einfach alles passen, damit der Körper dann am entscheidenden Tag eine Höchstleistungen erbringt. Mir war schon im Frühjahr klar, dass ich einige Punkte vor dem nächsten IVF Versuch abklären wollte, um die Gewissheit zu haben, dass rein körperlich hier nichts im Wege steht. Ich möchte mir dann einfach nicht selbst vorwerfen, nicht wirklich alles dafür getan zu haben. Im Gegensatz zu unserem ersten Versuch, wollte ich es diesmal ganz genau angehen und die Zeit nicht als Gegenspieler sehen.

  1. Schildrüsen Überprüfung

Mit meiner Schilddrüse hatte ich bis dato noch nie großartige Probleme. Einmal vor ca. neun Jahren war bei einer Routineuntersuchung der TSH-Wert im Blut stark erhöht, worauf ich ebenfalls zu einem Spezialisten zur genaueren Abklärung geschickt wurde. Der TSH-Wert spiegelt die Funktion der Schilddrüse wider. Bei Bedarf wird dieses Hormon in das  Blut abgegeben, um die Hormonproduktion in der Schilddrüse anzuregen. Es muss ein bestimmter Wert von < 2,5 vorliegen, damit eine Schwangerschaft überhaupt zustande kommen kann.

Auch während meiner gesamten Kinderwunschbehandlung wurde der Wert regelmäßig überprüft. Wobei immer alles im Normbereich war. Bei unserem Kryotransfer war der Wert jedoch wieder erhöht und ich bekam darauf hin eine geringe Dosierung der Thyrex Tabletten verschrieben. Diese habe ich dann auch bis zum Ende der Behandlung, also nachdem feststand, dass keine Einnistung erfolgt ist, eingenommen. Danach habe ich die Tabletten abgesetzt und wollte wie schon geschrieben, nichts mehr von alledem wissen.

Wie es das Schicksal so will, hat mich vor wenigen Wochen ein Bekannter auf einen Arzt aufmerksam gemacht, der Schilddrüsenspezialist ist. Auf seine Empfehlung hin, habe ich sofort einen Termin vereinbart. Denn wenn ich etwas gelernt habe, gehe nicht zum Schmiedl wenn du zum Schmied gehen kannst. Da es sich um einen Privatarzt handelt, bekam ich auch einige Tage später einen Termin.

Es wurde ein Ultraschall von meiner Schilddrüse vorgenommen, an dem schon ersichtlich war, dass ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe. Ein ausführlicher Blutbefund bestätigte das Ultraschallergebnis. Es wurden mir  wieder Thyrex Tabletten verschrieben, die ich jetzt laut Arzt bis zum Abstillen (!) nehmen sollte. Im September steht wieder eine Blutkontrolle an. Soweit so gut – Punkt Nr. 1 konnte ich somit schon mal abhacken!

 

2. Akupunktur & TCM

Nach unserem missglücktem IVF-Versuch, war ich wie berichtet bei einer Ärztin in Behandlung, die auch eine umfassende TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) Ausbildung hat. Einige Wochen war ich regelmäßig zur Akupunktur und habe auch fleißig TCM-Kräutermischung in Teeform getrunken.  Daraus entstanden ist mehr oder weniger meine Eileiterschwangerschaft. Es ist zwar nur ein kleiner „Erfolg“, aber immerhin ein Rockzipfelchen an dem man sich festhalten kann.

Für mich stand auf jeden Fall fest, dass ich meinen Körper vor dem zweiten IVF Versuch auf jeden Fall mit Hilfe von Akupunktur und TCM-Kräutertees stärken wollte. Nur war mir der Weg zu der bereits mir bekannten Ärztin einfach schlichtweg zu weit. Durch Zufall bin ich dann wieder durch Empfehlung auf eine Ärztin ganz in der Nähe von mir aufmerksam geworden. Sie praktiziert in einer Gynäkologischen Ordination, somit ist man mit dem Thema Kinderwunsch hier  bestens aufgehoben.

Mittlerweile habe ich bereits zwei Behandlungen absolviert und es hat sich wie immer herauskristallisiert, dass mein Nierenmeridian und meine Milz gestärkt werden müssen. Mit Hilfe gezielter Mini-Nadelstiche werden die Energiebahnen so zu sagen wieder gestärkt bzw. geöffnet, so dass die Energie wieder richtig fließen kann. Auch die Herangehensweise meiner neuen Ärztin zeigt mir, dass hier noch mehr auf mein spezielles Thema eingegangen wird. In den nächsten Wochen steht die Akupunktur Behandlung im Vordergrund. Kräuterteemischung abgestimmt auf meine Bedürfnisse, erhalte ich erst in einem nächsten Schritt. Punkt 2 von meiner Liste wurde somit auch erfolgreich ins rollen gebracht!

Mit meine Maßnahmen bin ich jedoch noch lange nicht am Ende. Einige Termine stehen in den nächsten Wochen noch an und ich werde euch berichten, welche Erkenntnisse ich weiter erlangen werden. Insgesamt merke ich, dass ich rein körperlich auf einen guten Weg bin. Mental hilft mir meine Checkliste dabei Sicherheit zu bekommen, und vor allem wieder das Vertrauen in mich selbst und meinen Körper zu erhalten.

 


Neues Jahr = Neues Glück

Wie ich bereits letzte Woche berichtet hatte, nehme ich euch ab sofort mit im hier und jetzt. Ich berichte euch über meine Gedanken hinsichtlich Kinderwunsch und welche Pläne in den nächsten Monaten noch so anstehen. Ganz nach dem Motto Neues Jahr = Neues Glück.

Mit dem Beginn von 2018 wollte ich zunächst eine kleine Pause einlegen und meinen Körper zur Ruhe kommen lassen. Meine ersten Gedanken waren, dass ich im Frühjahr gerne einen neuen IVF Versuch starten wollte. Doch dieser Gedanke dehnte sich dann mit den Wochen immer weiter aus und schließlich habe ich das erste mal seit Jahren endlich mal auf mein Bauchgefühl gehört.

Ich wollte wieder mal einen unbeschwerten Sommer genießen und vor allem wollte ich nicht andauernd von einem Arzttermin zum nächsten laufen. Ich habe die ersten Monate im Jahr nicht mal Kräutertees, Akupunktur Behandlungen etc. in Betracht gezogen. Von diesen ganzen Dingen wollte ich einfach nichts wissen und vor allem mich mit dem ganzen Thema nicht andauernd beschäftigen. Da jeder Mensch eine Aufgabe bzw. ein Ziel benötigt, worauf es sich lohnt hinzuarbeiten bzw. seine Zeit zu investieren, habe ich mir kurzer Hand Projekte gesucht, die mich erfüllen.

Mit meinem Mann gemeinsam haben wir z.b. unser Badezimmer komplett neu gestaltet – also alles raus und eine Bade Oase errichten lassen. Dieses Projekt war so zu sagen, neben unserem Hund Josef, eine gemeinsames Ziel auf das wir uns freuen konnten. Mittlerweile ist unsere Badezimmer Oase schon bis auf ein paar Kleinigkeiten fast fertig gestellt und ich muss sagen, das letzte halbe Jahr Planung hat sich mehr als ausgezahlt. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an meinen Schatz (Projektleiter himself), der hier immer zur Stelle war und immer den Überblick über alles hatte.

Während mein lieber Mann einen Großteil von unserm Badezimmerumbau alleine organisiert und auch an vielen Abenden unseren Hund Josef bespaßt hat, konnte ich mich voll und ganz dem Teamaufbau bei Ringana widmen. Durch die vielen kleinen und großen Veranstaltungen in den letzten Monaten, habe ich viele liebe Menschen kennengelernt und konnte auch hier neue Kontakte knüpfen. Die meisten wussten aufgrund unserer Facebook Verbindung, von unserem Kinderwunsch und waren sehr verständnisvoll und haben mir durchgehend positives Feedback gegeben .

Stichwort – Beim Reden kommen die Leute zusammen

Irgendwann im Frühjahr ist bei einem Gespräch in der Küche bei meiner lieben Nachbarin das erste Mal der Name von einem Kinderwunsch (KiWu) Arzt gefallen, der mir bis dato kein Begriff war. Kurzer Hand habe ich Dr. Google zu Rate gezogen und musste feststellen, dass es sich um DEN KiWu Arzt schlechthin handelte. Er hat Anfang der 80iger Jahre dem ersten IVF Baby in Österreich auf die Welt verholfen. Die jahrelange Erfahrung und auch die anderen Behandlungsmethoden waren mir sofort sympathisch. Ich dachte mir nur, warum sind wir eigentlich die ganze Zeit zum Schmiedl gegangen, wenn wir doch gleich zum Schmied hätten gehen können. Aber um ehrlich zu sein, ich hatte mich damals bei der Wahl unserer KiWu-Klinik überhaupt nicht genau erkundigt, sondern eben gleich mehr oder weniger die erst Beste genommen.

Wenige Wochen später wurde mir von einem zweiten unabhängigen Person der gleiche KiWu Arzt wieder als DER Kinderwunsch Arzt empfohlen. Von da an wusste ich, dass er der Richtige war und wir ihn im September aufsuchen werden, um im Herbst einen neuen Versuch zu starten.

Doch bis dahin möchte ich meinen Körper richtig auf die bevorstehende Behandlung vorbereiten, so dass ich hier wirklich alles getan habe und kein gesundheitlicher Aspekt unberücksichtigt bleibt. Welche Punkte das jetzt genau sind, die sehr essentiell sind, damit auch alles körperlich & geistig positiv eingestimmt ist, erzähle ich euch nächste Woche.


Wie geht es weiter

Nach dem Kryotransfer

Nach dem erfolglosen Kryotransfer war mein erster Gedanke, so rasch wie möglich wieder mit einem neuen IVF Versuch zu starten. Am liebsten hätte ich sofort im nächsten möglichen Zyklus wieder gestartet. Ich wollte noch einen Ringana Event Ende Jänner abwarten, um dann wieder loszulegen. Denn ich war immer noch in dem Modus gefangen, dass ich doch jetzt bitte endlich schwanger werden möchte.

Das Event Ende Jänner hat mir dann unerwartet vollkommen die Augen geöffnet. Ich hatte noch immer die Psychologin im Hinterkopf, die mir vor meiner zweiten Bauchspiegelung im Zuge meiner Eileiterschwangerschaft wenige Wochen zuvor gesagt hatte, dass ich mich in einem Kreisverkehr bewege und die Ausfahrt nicht finde. Bei dem Ringana Kick off 2018 Ende Jänner hat mich der Vortrag von Ulli Priller-Dressler – einer Ringana Frischepartnerin der ersten Stunde –  derart berührt, dass ich auf einmal wusste was zu tun ist. Ich wusste ich wollte mit Ringana erfolgreich sein, also musste ich auch mehr dafür tun.

Das wiederum bedeutet ich lege meinen Focus weg von dem täglichen Kinderwunsch Thema, hin zu dem Aufbau von meinem zweiten Standbein. Von diesem Sonntag an, war für mich klar. In den nächsten Monaten möchte ich von dem Thema Kinderwunsch mal nichts mehr wissen. Ich möchte einfach mein LEBEN wieder zurück haben. Ich möchte wieder unbeschwert Events in meinen Kalender planen, ohne dabei im Hinterkopf zu haben, was wenn ich dann schon schwanger bin. Ich möchte endlich wieder einen Sommer haben, an dem ich einfach ein Glas Wein, Prosecco oder was auch immer trinke ohne den Gedanken an eine mögliche Schwangerschaft. Kurz und gut ich hatte die Schnauze gestrichen voll.

Wie geht es weiter

Doch was ist jetzt der Plan, wie geht es weiter. Tja nachdem ich euch die letzten Monate und Wochen immer aus der Vergangenheit von unseren bisherigen Erfahrungen berichtet habe. Möchte ich euch ab sofort in der ECHTZEIT mitnehmen und euch weiterhin von meinen Gedanken und Plänen berichten.

Mir persönlich haben die letzten Wochen und vor allem euer wahnsinnig tolles Feedback, eure vielen positiven und aufmunternden Kommentare auf Facebook so gut getan. Ich  weiß, das es der richtige Weg war und ist, mein persönliches Thema öffentlich mitzuteilen. Ich kann euch jetzt schon versichern, dass wir natürlich nicht aufgegeben haben und weiter an unserem Wunsch festhalten. Denn aufgegeben wird bekanntlich nur ein Brief.

Ab nächster Woche berichte ich euch, wie der momentane Stand der Dinge aussieht und was wir alles noch in diesem Jahr vorhaben. Ich freue mich auf jeden Fall auf alles was noch so kommt und bin um eine positive Erfahrung reicher. Seid also gespannt, denn unsere Reise ist noch lange nicht zu Ende.

 

 

 


Bauchspiegelung_die Zweite

Zurück zum Start

Als ich nach meiner Bauchspiegelung (die mittlerweile zweite innerhalb von sechs Monaten) wieder zu mir kam, hieß es erstmal zurück zum Start. Mein erster Gedanke galt meinem Bauch. Wie viele Narben hatte ich dieses mal? Wie bei meiner ersten Bauchspiegelung wurde auch diesmal über den Bauchnabel die Sonde eingeführt. Zwei weitere Schnitte wurden jeweils bei der rechten und linken Leiste gesetzt. So weit so gut.

Benommen wie ich war konnte ich das Ausmaß noch gar nicht richtig einschätzen. Ich wurde mit Schmerzmittel zu gedröhnt, bekam aber bereits am Abend den gesetzten Katheder entfernt. Was natürlich hieß, dass ich wieder aufstehen musste. Es war also soweit, ich rief die Schwester um mal schnell eine Pipi Pause einzulegen.

Nach der ersten Bauchspiegelung waren die Schmerzen ja auch echt voll erträglich. Es fühlte sich an, wie ein riesengroßer Muskelkater. Also dachte ich, dass es jetzt wieder so sein würde. Tja genau so war es leider nicht. In dem Moment, also ich mich aufsetzen wollte, durchzuckte ein Schmerz meine Leistengegend, der mir mal kurzfristig den Atem nahm. Stur wie ich bin, wollte ich das „aufs Klo gehen“ selbst in die Hand nehmen. Sehr zum Leidwesen der diensthabenden Krankenschwester, die vor lauter Panik, dass ich gleich wegkippe auch Schweißgebadet war.

Was war passiert

Mein behandelnder Arzt kam dann wenig später, um nach mir zu sehen. Wie ein Käfer am Rücken lag ich aufgebahrt in meinem Bett und konnte mich fast überhaupt nicht rühren. Das Conclusio meiner Eileiterschwangerschaft war, dass ich dadurch meinen linken Eileiter verloren hatte und mein rechter Eileiter auch wieder komplett verklebt war. Die Chancen auf natürliche Weise Schwanger zu werden, waren auf ein absolutes Minimum gesunken. Es wurde zwar der rechte Eileiter durchgespült und ich bekam auch wieder volle Kanne Antibiotika, aber ob diese ganzen Maßnahmen helfen sollten, konnte mir niemand wirklich beantworten.

Meine Aufenthaltsdauer im Krankenhaus konnte ich auch signifikant steigern. War es damals bei meiner Konisation eine Nacht, musste ich nach dieser zweiten Bauchspiegelung ganze drei Nächte in meinem „kuscheligen“ Bettchen verbringen. Ich zähle definitiv nicht zu den wehleidigsten Menschen. Die Schmerzen die meine rechte Narbe verursacht hat, waren echt mehr als zum Abgewöhnen. Die Schmerzen kamen übrigens durch die Innennähte, die mein Arzt machen musste.

Mein Backup-Plan

Während ich so im Krankenhaus lag mit der Erkenntnis nur mehr einen Eileiter zu haben, war ich wahnsinnig froh, dass ich noch meine drei eingefrorenen Embryonen hatte. Ich hatte somit einen Backup-Plan oder auch Plan B wie man so schön sagt. Denn eines hätte ich zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit nicht wollen, nämlich die IVF nochmals komplett durch machen.

Geduld ist eine Tugend und definitiv nicht mein Lieblingswort. Also war eine meiner ersten Fragen an meinen Arzt, ob und wie schnell ich meinen geplanten Kryotransfer starten konnte. Aus ärztlicher Sicht waren meine Chancen jetzt besser als vorher, da von meinen Eileitern immer ein Sekret in die Gebärmutter fließen dürfte, dass ein Einnisten verhindern kann. Toll dachte ich, dann konnten wir ja bis Ende des Jahres vielleicht schon schwanger sein. Also griff ich wenige Tage später wieder zum Telefon um mir einen Termin in der Kinderwunschklinik (KiWu) auszumachen.


Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen

Und dann kam Josef

Josef mit ca. 8 Wochen

Wenige Wochen bevor ich fast zwei Jahre nach meiner Fehlgeburt wieder einen positiven Schwangerschaftstest in Händen gehalten habe, ist unser Hund Josef in unser Leben getreten. Ein Hundewelpe stand überhaupt nicht auf unserem Plan, aber das Leben ist bekanntlich wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt! Josef hat auf jeden Fall sehr viel dazu beigetragen meinen Fokus nicht mehr zu sehr auf den Kinderwunsch zu legen bzw. mich einfach auch etwas abzulenken. Im Prinzip ist Josef das Beste, dass in unserer Situation passieren konnte.   Er war von Anfang an mein Baby, dass ich noch nicht hatte. Bitte nicht falsch verstehen, klar ist Josef ein Hund und klar verwöhnen wir ihn auf unsere Weise. Ein Hund ist aber auch wie ein Kind. Er braucht dich, ist auf dich angewiesen und will immer bei dir sein. Vielleicht sogar eine perfekte Übung für den Ernstfall, wenn dann mal wirklich Nachwuchs ansteht.

 

Eileiterschwangerschaft?!

In meinem letzten Projekt Baby Beitrag  hatte ich bereits angekündigt, dass ich ein ganz schlechtes Bauchgefühl wegen meinen Blutungen hatte. Ich war dann auch bei meinen Frauenarzt, der zunächst noch nicht wirklich etwas feststellen konnte. Am Ultraschall konnte man noch keine Fruchthöhle erkennen und er meinte nur, ich soll mich melden wenn ich Schmerzen bekomme. Eine Eileiterschwangerschaft konnte nicht ausgeschlossen werden.

Tragischerweise hatte wenige Wochen zuvor Saskia von  Saskias Beauty Blog eine Eileiterschwangerschaft eritten. Ich folge ihr auf Instagram, da sie schon länger mittels ICSI auf ihr zweites Kind hoffen. Nachdem Saskia in einem ihrer Videos die Schmerzen und Beschwerden ihrer Eileiterschwangerschaft geschildert hatte, wusste ich schon mal welche Symptome auftreten konnten.

Einige Tage nach meinem Arztbesuch wachte ich um 04:00 Früh mit extremen Schmerzen auf der Linken Eierstock Seite auf. Mir war sofort klar, dass dieser Schmerz nicht normal war und weckte meinen Mann auf. Wir fuhren gleich in die Privatklinik, bei der es um diese Uhrzeit noch zu geht wie in einem Hotel, sprich es ist alles total ruhig und still. Nachdem der Rezeptionist meinen behandelnden Arzt angerufen hatte, wurde ich sofort Stationär aufgenommen.

Bauchspiegelung_die Zweite

Nach einem weiteren Ultraschall und einer Blutabnahme stand fest, dass ich tatsächlich eine Eileiterschwangerschaft hatte. Es blutete bereits in den Bauchraum hinein, daher auch meine starken Schmerzen, so dass ich nicht mehr aufstehen durfte. So lange ich bis dahin gefasst war und schon geahnt hatte, dass auch diese Schwangerschaft frühzeitig endet, so sehr traf mich die Erkenntnis, es wieder nicht geschafft zu haben.

Als eine einfühlende, liebe Krankenschwester früh morgens in mein Zimmer kam um mich für die OP vorzubereiten und sie mich fragte wie es mir denn geht, brachen alle Dämme. Ich konnte einfach nicht mehr, alles war zu viel. Die negative IVF und dann jetzt noch das hier. Wie viel musste ich denn bitte sehr noch ertragen. Die Krankenschwester fragte mich, ob ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen wollte. Ich nahm ihr Angebot dankend an, denn ich sollte erst gegen Mittag operiert werden. Das Gespräch mit der Psychologin hat mir vor der OP richtig gut getan und mir sehr geholfen, einen neuen Blickwinkel auf meine Situation zu bekommen.

Die Bauchspiegelung an sich war mir schon fast egal. Ich wusste ja bereits was auf mich zukommt, hatte ich doch erst vor  sieben Monaten das Prozedere durch gemacht. Tja, was soll ich euch sagen, Bauchspiegelung ist wohl nicht gleich Bauchspiegelung. So relaxed ich in den OP rein fuhr, so unenspannt sollte es danach werden.

 


Es kommt immer anders als man denkt

Sag niemals nie

Jetzt hatten wir unseren Kryotransfer Versuch also angezahlt und hatten sechs Monate Zeit mit dem Versuch zu starten. Vor dem Versuch wollte ich meinen Körper noch zusätzlich mit Chinesischen Kräuter nach der TCM quasi einstimmen. Bei meiner dritten Behandlung bei Frau Dr. TCM bekam ich wieder eine Akupunktur Einheit verpasst. Die Ärztin frage mich dann noch so, ob es sein könnte, dass ich in diese Zyklus vielleicht schwanger werden könnte. Naja, also es ist jetzt nicht so, dass wir keinen Matratzensport mehr ausgeübt hatten, aber die Wahrscheinlichkeit war für mich mehr als gering, wobei man ja niemals NIE sagen sollte!

Also gut, weiter TCM Kräuter Tee trinken und abwarten bis der monatliche Tanten Besuch wieder eintrudelt. Ich habe normalerweise einen fixen Zyklus von 25 bis maximal 27 Tagen. An Tag 29 hatte sich immer noch nix getan, also wurde ich leicht skeptisch. Einen Schwangerschaftstest hatte ich nicht mehr zu Hause, es musste erstmal ein Teststreifen von dem Clearblue Fertilitätsmonitor herhalten. Der Teststreifen zeigt den HCG-Wert (ausschlaggebend für das Vorliegen einer Schwangerschaft) im Urin bereits zwei Wochen nach dem Eisprung und einer möglichen Befruchtung.

Zwei fette Striche

Den Test habe ich Samstag zu Mittag gemacht. Also kein Morgenurin und auch keine lange Pipi-Pause. Was soll ich sagen, zwei fette Striche waren nach kurzer Zeit zu sehen. Ich dachte mich knutscht ein Elch. Ganz ehrlich, das Ergebnis passte mir jetzt gar nicht in den Kram. Was bitte machen wir denn jetzt mit dem bereits angezahlten Kryotransfer?  Erstmal tief durchatmen und überlegen.

Nach einem kurzen Telefonat in der Kinderwunschklinik (KiWu) war klar, dass wir den Versuch stornieren könnten. Ich meine versteht mich nicht falsch, aber mit diesem Ergebnis hatte ich einfach überhaupt nicht gerechnet. In weiser Voraussicht beschloss ich zunächst mal ein paar Wochen abzuwarten, bevor ich zu meinem Frauenarzt zu Untersuchung gehe. Auch hier hat mich mein Bauchgefühl nicht getäuscht. Ca. eine Woche nach dem positiven Test bekam ich Schmierblutungen. Anders als oft in diversen Internet Foren beschrieben, ist es bei mir nie ein gutes Zeichen wenn ich Schmierblutungen bekomme.

Mein erster Weg hat mich dann sofort in ein Labor geführt, um den HCG Wert im Blut festzustellen. Der Test kostet privat € 35 und man bekommt das Ergebnis gleich am nächsten Tag. Der Wert lag bei 345. Das ist jetzt nicht so schlecht, aber auch nicht sooo mega gut. Ich habe dann doch bei meinem Frauenarzt angerufen und um einen Termin gebeten. Prompt war dieser gerade auf Urlaub und ich musste mit der Vertretung vorlieb nehmen. Nicht gerade das was ich mir für meine Situation gewünscht hätte.

Der Vertretungsarzt war so etwas wie ein Dinosaurier der Frauenärzte und gratulierte mir erstmal zu meiner Schwangerschaft. Ich immer noch sehr mißtrauisch, machte ihn erstmal auf meine Schmierblutungen aufmerksam. Er meinte dann nur ganz lapidar, dass fast jede Frau zu Beginn einer Schwangerschaft Schmierblutungen hat. Laut dem Ultraschall war die Gebärmutter Schleimhaut auch noch super in Takt, aber man konnte noch nichts sehen. Dafür wäre es auch noch viel zu früh.

Ich traute dem ganzen aber immer noch nicht, also ließ ich ca. fünf Tage nach dem ersten Bluttest noch einen Blutest vornehme. Wieder € 35 abgelegt, um am nächsten Tag das Ergebnis von 385 vorliegen zu haben. Der HCG Wert war fast nicht gestiegen. In den ersten Tagen der Schwangerschaft muss sich dieser jeden Tag verdoppeln. Meine Schmierblutungen wurden in den nächsten Tagen auch nicht besser, sondern arteten zweimal täglich in schwallartige Blutungen aus. Es wurde höchste Zeit meinen Frauenarzt aufzusuchen.


Der Kryotransfer

Von der IVF zum Kryotransfer

Nachdem der erste Versuch der Invitro Fertilisation (IVF) negativ geendet hatte, wollte ich so schnell wie möglich den Kryotransfer angehen. Wir hatten dann im August 2017 auch gleich den Termin bei unserer behandelnden Ärztin in der Kinderwunschklinik (KiWu). Dort wurde zunächst der weitere Ablauf besprochen und wie den ein Transfer mit den aufgetauten Embryonen ablaufen sollte.

Kurz zur Erklärung, wir hatten bei unserer IVF Behandlung am Ende vier sehr gut entwickelte Embryonen (befruchtet Eizellen). Einer wurde im Frischversuch im Zuge der IVF eingesetzt. Die anderen drei Embryonen wurden eingefroren. Einmal zwei zusammen und einmal einer alleine. Dieses Verfahren des auf  Eis legen der Embryonen nennt man Kryo-Konservierung. Die Anwendung erfolgt unter flüssigen Stickstoff der -196°C erreicht. Wenn dann die Embryonen für den Transfer quasi wieder aufgetaut werden, müssen diese auch verwendet werden, sofern sie den Prozess des Auftauens überhaupt überleben. Ihr seht also eine Wissenschaft für sich.

TCM endlich schwanger?

Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Bei dem Kryotransfer wollte ich wirklich alles richtig machen. Meine Ärztin riet mir auf Nachfrage zu einer Ärztin mit TCM Ausbildung zu gehen, die auch chinesische Heilkräuter genau auf mich abgestimmt verordnet. Nachdem ich schon fast alles durch hatte, um endlich schwanger zu werden, dachte ich mir hilft es nix, schadet es auch nix.

Wir haben dennoch den Versuch für den Kryotransfer zu diesem Zeitpunkt bereits bei dem zuständigen Fond eingereicht und alle Medikamente mit bekommen. Man hat dann sechs Monate Zeit den Versuch zu starten, wann immer man bereit ist.

Bei meinem ersten Termin bei Frau Dr. TCM (so nenne ich sie der einfachheitshalber) wurde ich erstmal von meinem Tatendrang, gleich im nächsten Zyklus mit dem Kryotransfer zu starten, gebremst. Frau Dr. TCM ist auch Humanmedizinerin, dh. sie betrachtet das Problem von zwei Seiten. An und für sich schon mal ein sehr guter Ansatz, denn es gibt bekanntlich immer zwei Seiten der Medaille.

Nachdem ich mein Geschichte erzählt hatte, wurden mir chinesische Heilkräuter verschrieben, die ich als Teegetränk zwei mal täglich trinken sollte. Die Kräutermischungen wurden genau auf mich abgestimmt. Zusätzlich wurde ich auch noch akupunktiert und ich sollte mindestens drei Monate die Kräuter einnehmen, bis ich mit dem Versuch starten konnte.

Toll dachte ich, und wo bitte soll ich jetzt noch die Geduld aufbringen. Ich wollte jetzt sofort los legen und nicht erst in drei Monaten. Nach ein paar Tagen hatten sich die Wogen wieder geglättet und ich beschloß der Sache einfach mal ihren Lauf zu lassen und Frau Dr. TCM zu vertrauen. Letztendlich hatten wir  noch bis Februar 2018 Zeit mit dem Kryotransfer zu starten. Warum also nicht ein paar Monate Heilkräuter trinken und bisschen entspannen. Ich kann euch nur sagen, es kommt immer alles anders als man denkt!


IVF – Das Ergebnis

In der Warteschleife

Tja da waren wir also in der Warteschleife. Mitten im Hochsommer, der schönsten Zeit im Jahr. Wer hatte nochmal die Idee die künstliche Befruchtung im Sommerurlaub 2017 durchzuführen?! Nach dem Transfer durfte ich nicht mehr schwimmen gehen und sollte mich auch noch ein bisschen schonen. Dann waren da noch meine Kollegen und mein Chef in der Firma, die ich zum Teil einweihen wollte/musste. Denn ich ging fest davon aus, dass es geklappt hatte.

In der ersten Woche nach dem Transfer verlief soweit alles wunderbar. Ich war positiv gestimmt und jedes ziepen in meinem Bauch wertete ich als ein gutes Zeichen. Man versucht sich während dieser Zeit so gut wie möglich abzulenken und nimmt nach Vorschrift alle Medikamente. Ca. eine Woche nach dem Transfer sollte mein positives Bauchgefühl wieder verschwinden, denn ich bekam leichte Schmierblutungen.

Wenn ich allen Betroffenen einen Rat geben darf! Fragt bitte nicht Dr. Google und lest euch nicht durch sämtliche Internet Foren aus dem Jahre Schnee. Es hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben. Zwischen Bangen, Hoffen, absoluter Hoffnungslosigkeit war alles dabei. Natürlich habe ich sofort in der Kinderwunschklinik (KiWu) angerufen. Dort meinten sie nur, dass eine sogenannte Einnistungsblutung sein könnte. Geglaubt habe ich selbst nie an diese Theorie.

Ganz im Gegenteil mein Gefühl wurde in den darauf folgenden Tagen noch mehr bestätigt, da meine Blutungen immer stärker wurden. An Tag 12 nach dem Transfer, setzte dann meine Regelblutung komplett ein, so dass der obligatorische Bluttest, um eine Schwangerschaft festzustellen, eigentlich obsolet war. Den Test musste ich dennoch machen, um eine Schwangerschaft zu 100 % auszuschließen.

Mensch ärger dich nicht…zurück zum Start

Tja, was als Kind noch ein lustig Spiel war, wurde jetzt Realität. Mensch ärger dich nicht und nochmal eine Ehrenrunde drehen, hieß es für uns erstmal. Habe ich mich geärgert bzw. war ich enttäuscht?! Um ehrlich zu sein, hatte ich gemischte Gefühle. Zum einen dachte ich, war ja der erste Versuch, das wird schon. Zum anderen musste ich mich selbst schützen, um nicht wieder in ein tiefes Loch zu fallen.

Wir hatten insgesamt vier sehr gut entwickelte befruchtete Eizellen nach der Punktion. Eine davon wurde mir gleich eingesetzt. Die drei anderen ließen wir in weiser Voraussicht einfrieren. Denn mit Hilfe eines Kryotransfers werden die Eizellen wieder aufgetaut und eingesetzt. Man erspart sich somit die ganze Hormonbehandlung im Vorfeld. Vielleicht war ich auch deshalb so relaxed, weil ich ja wusste, dass wir noch ein Backup hatten.

Ich war in dem Moment nur heilfroh, dass wir es nicht der gesamten Familie, Freunden etc. erzählt hatten. Es war nur meine beste Freundin, und in der Arbeit meine engsten Kollegen eingeweiht. Damals war das für mich genau der richtige Plan, die richtige Entscheidung. Heute würde ich mit der ganze Thematik von Anfang an viel offener umgehen. Im Endeffekt helfen die ganzen positiven Gedanken von all den lieben Menschen um uns herum sicherlich mehr und können auch einen Teil zum Erfolg beitragen.

Da ich es irrsinnig eilig hatte, endlich schwanger zu werden, vereinbarten wir sofort einen weiteren Termin in der KiWu. Wir wollten so rasch wie möglich mit dem Kryotransfer Zyklus beginnen und haben auch gleich alle Medikamente für diesen Versuch mit nach Hause genommen. Wobei es sich in dem Fall hauptsächlich um Progesteron Tabletten handelte, also halb so wild. Doch der Startschuss für den zweiten Versuch sollte noch auf sich warten lassen.

 


IVF – Die Punktion

Eier legen ist nicht leicht

Irgendwie kommt man sich während der Behandlung vor wie eine Henne, die zum Eier legen geboren wurde. Denn wenn dann die Eier auf beiden Eierstöcken ausreichend herangewachsen sind, werden diese entnommen und so gleich mit dem Sperma des Mannes befruchtet.

Bei uns war es an Behandlungstag 13 soweit. Genau 30 Stunden vor der Punktion hatten wir den Eisprung bereits wie berichtet mittels Injektion ausgelöst. Frohen Mutes fuhren wir in der Früh in die Kinderwunschklinik (KiWu). Ich musste nüchtern sein, da die Eizellen unter Vollnarkose entnommen werden. Die Punktion sollte noch spannend werden, denn Eier legen ist wahrhaftig nicht leicht.

Die Punktion

Eine Vollnarkose zählt, wie ihr euch bereits vorstellen könnt, nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Eine sehr gute Freundin meinte einmal, dass man sich je öfter man eine Vollnarkose bekommt, auch daran irgendwann gewöhnt, weil alles zur Routine wird. Nun ja, ich will jetzt nicht sagen, dass es mir mittlerweile egal wäre. Aber ich liege zumindest nicht mehr wie ein schepperndes Kluppensackerl auf dem OP Tisch, sondern denke mir einfach Augen zu und durch.

In der KiWu bekommt man am Tag der Punktion ein eigenes Zimmer zugewiesen, in dem man sich umziehen kann und auch nach der Punktion in einem kuscheligen Bett erholt. Nachdem ich mich in mein neckisches Nachhemd geschmissen hatte, wurde mir auch schon der Zugang für meine Narkose gelegt. Mein Mann wurde während dessen schon gebeten, seinen Part der Arbeit zu erfüllen. Wenigstens einer von uns, hat einen angenehmen Teil. Nun ja auch hier ist die Welt leider etwas ungerecht. Aber was soll’s, also rein ins Behandlungszimmer, rauf auf den Gyn-Stuhl und schon konnte es los gehen.

 

Es wird noch kurz gesagt, was jetzt die nächsten Schritte sind und das Narkosemittel wird gespritzt. Schon beim Einschlafen dachte ich mir noch, irgendwie fühlt sich das jetzt komisch an und nicht so prickelnd. Etwa 10 – 15 Minuten später ist der ganze Spuck auch schon wieder vorbei. Man wacht auf und wird benommen wie man ist, wieder in sein Bett zurück geführt. Ich sollte mit meinem komischen Gefühl beim Einschlafen recht behalten. In der Sekunde, als sie mich in mein Zimmer geführt hatten rief ich schon, dass mir nicht gut ist. Mir war von dem Narkosemittel so schlecht, dass mein Kreislauf komplett hinüber war.

Nachdem ich mich im wahrsten Sinne des Wortes ausgekotzt hatte, kamen die Schmerzen im Unterleid. Holla die Waldfee, ich bin jetzt nicht die zimperlichste, aber den Schmerz wünsche ich keinem. Also bekam ich erstmal ein Schmerzmittel intravenös. Die Gute Nachricht, die ganze Prozedur hatte sich ausgezahlt. Es wurden mir 10 Eizellen entnommen, die sofort mit dem Sperma meines Mannes befruchtet wurden. Nach 2 – 3 Tagen bekommt man dann die Info, wie viele Eizellen sich gut entwickelt hatten und wann genau der Transfer stattfinden würde.

Ca.  2 Stunden nach der Punktion konnte ich dann nach Hause gehen. Den restlichen Tag habe ich dann wieder total verschlafen. Ich weiß nicht wie das andere Frauen schaffen, aber ich bin nach einer Narkose, sei sie auch nur ganz kurz immer total fertig. Noch dazu waren meine Eierstöcke echt beleidigt, so dass ich mich weiter schonen musste. Ab jetzt hieß es abwarten und hoffen, dass sich so viele befruchtete Eizellen wie möglich gut entwickeln würden. Denn eines stand für mich fest, so schnell wollte ich das ganze nicht nochmals durch machen.