#1 Die Vorbereitung

Für unseren zweiten IVF Versuch möchte ich mich akribisch vorbereiten. Ich sehe das in etwa so wie wenn ein Sportler auf einen großen Wettkampf hintrainiert. Da  muss einfach alles passen, damit der Körper dann am entscheidenden Tag eine Höchstleistungen erbringt. Mir war schon im Frühjahr klar, dass ich einige Punkte vor dem nächsten IVF Versuch abklären wollte, um die Gewissheit zu haben, dass rein körperlich hier nichts im Wege steht. Ich möchte mir dann einfach nicht selbst vorwerfen, nicht wirklich alles dafür getan zu haben. Im Gegensatz zu unserem ersten Versuch, wollte ich es diesmal ganz genau angehen und die Zeit nicht als Gegenspieler sehen.

  1. Schildrüsen Überprüfung

Mit meiner Schilddrüse hatte ich bis dato noch nie großartige Probleme. Einmal vor ca. neun Jahren war bei einer Routineuntersuchung der TSH-Wert im Blut stark erhöht, worauf ich ebenfalls zu einem Spezialisten zur genaueren Abklärung geschickt wurde. Der TSH-Wert spiegelt die Funktion der Schilddrüse wider. Bei Bedarf wird dieses Hormon in das  Blut abgegeben, um die Hormonproduktion in der Schilddrüse anzuregen. Es muss ein bestimmter Wert von < 2,5 vorliegen, damit eine Schwangerschaft überhaupt zustande kommen kann.

Auch während meiner gesamten Kinderwunschbehandlung wurde der Wert regelmäßig überprüft. Wobei immer alles im Normbereich war. Bei unserem Kryotransfer war der Wert jedoch wieder erhöht und ich bekam darauf hin eine geringe Dosierung der Thyrex Tabletten verschrieben. Diese habe ich dann auch bis zum Ende der Behandlung, also nachdem feststand, dass keine Einnistung erfolgt ist, eingenommen. Danach habe ich die Tabletten abgesetzt und wollte wie schon geschrieben, nichts mehr von alledem wissen.

Wie es das Schicksal so will, hat mich vor wenigen Wochen ein Bekannter auf einen Arzt aufmerksam gemacht, der Schilddrüsenspezialist ist. Auf seine Empfehlung hin, habe ich sofort einen Termin vereinbart. Denn wenn ich etwas gelernt habe, gehe nicht zum Schmiedl wenn du zum Schmied gehen kannst. Da es sich um einen Privatarzt handelt, bekam ich auch einige Tage später einen Termin.

Es wurde ein Ultraschall von meiner Schilddrüse vorgenommen, an dem schon ersichtlich war, dass ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe. Ein ausführlicher Blutbefund bestätigte das Ultraschallergebnis. Es wurden mir  wieder Thyrex Tabletten verschrieben, die ich jetzt laut Arzt bis zum Abstillen (!) nehmen sollte. Im September steht wieder eine Blutkontrolle an. Soweit so gut – Punkt Nr. 1 konnte ich somit schon mal abhacken!

 

2. Akupunktur & TCM

Nach unserem missglücktem IVF-Versuch, war ich wie berichtet bei einer Ärztin in Behandlung, die auch eine umfassende TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) Ausbildung hat. Einige Wochen war ich regelmäßig zur Akupunktur und habe auch fleißig TCM-Kräutermischung in Teeform getrunken.  Daraus entstanden ist mehr oder weniger meine Eileiterschwangerschaft. Es ist zwar nur ein kleiner „Erfolg“, aber immerhin ein Rockzipfelchen an dem man sich festhalten kann.

Für mich stand auf jeden Fall fest, dass ich meinen Körper vor dem zweiten IVF Versuch auf jeden Fall mit Hilfe von Akupunktur und TCM-Kräutertees stärken wollte. Nur war mir der Weg zu der bereits mir bekannten Ärztin einfach schlichtweg zu weit. Durch Zufall bin ich dann wieder durch Empfehlung auf eine Ärztin ganz in der Nähe von mir aufmerksam geworden. Sie praktiziert in einer Gynäkologischen Ordination, somit ist man mit dem Thema Kinderwunsch hier  bestens aufgehoben.

Mittlerweile habe ich bereits zwei Behandlungen absolviert und es hat sich wie immer herauskristallisiert, dass mein Nierenmeridian und meine Milz gestärkt werden müssen. Mit Hilfe gezielter Mini-Nadelstiche werden die Energiebahnen so zu sagen wieder gestärkt bzw. geöffnet, so dass die Energie wieder richtig fließen kann. Auch die Herangehensweise meiner neuen Ärztin zeigt mir, dass hier noch mehr auf mein spezielles Thema eingegangen wird. In den nächsten Wochen steht die Akupunktur Behandlung im Vordergrund. Kräuterteemischung abgestimmt auf meine Bedürfnisse, erhalte ich erst in einem nächsten Schritt. Punkt 2 von meiner Liste wurde somit auch erfolgreich ins rollen gebracht!

Mit meine Maßnahmen bin ich jedoch noch lange nicht am Ende. Einige Termine stehen in den nächsten Wochen noch an und ich werde euch berichten, welche Erkenntnisse ich weiter erlangen werden. Insgesamt merke ich, dass ich rein körperlich auf einen guten Weg bin. Mental hilft mir meine Checkliste dabei Sicherheit zu bekommen, und vor allem wieder das Vertrauen in mich selbst und meinen Körper zu erhalten.

 

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